Dr. Christos Pantazis zum Tod von Werner Steffens

Liebe Genossinnen und Genossen, mit tiefer Betroffenheit und großer Trauer haben wir alle die Nachricht über den Tod unseres Genossen Werner Steffens aufgenommen. Werner war über Jahrzehnte eine prägende Persönlichkeit der Braunschweiger Sozialdemokratie. In verschiedenen ehrenamtlichen Funktionen hat er sich mit nie nachlassender Leidenschaft und scharfem Verstand stets für sozialdemokratische Werte engagiert und sich hierdurch – auch über Parteigrenzen hinweg – Respekt und Anerkennung erworben.

Werner Steffens, der am 09. März 1937 in Magdeburg geboren wurde, trat im Jahr 1962 als 25-Jähriger der Sozialdemokratie im Ortsverein Hohetor bei, dem er zu Lebzeiten auch verbunden blieb. Als leidenschaftlicher Pädagoge war er Grund- und Hauptschullehrer sowie bis 2001 Rektor der Grundschule Echternstraße in Braunschweig. Dabei hat er viele junge Braunschweigerinnen und Braunschweiger auf Ihrem Lebensweg begleitet.

Lebenslanges Lernen war für Ihn nicht nur eine Redensart, er pflegte dieses auch mit seiner Frau Heide, mit der er bis ins hohe Alter gemeinsam Ringvorlesungen an der TU Braunschweig besuchte. Politisch wurde er erstmals im Jahr 1970 in den Rat der Stadt Braunschweig gewählt, dessen Geschicke er über 30 Jahre maßgeblich prägte. Von 1976 bis 1981 als auch 1986 bis 1990 stand Werner ferner der SPD-Ratsfraktion als Vorsitzender vor. Insbesondere in seiner Funktion als Vorsitzender des Planungsausschusses in den Jahren 1974 bis 1991 hat er sich ein breit fundiertes Wissen angeeignet und konnte dabei viele wichtige städtebauliche Projekte maßgeblich begleiten. In diesem Zusammenhang sind wegweisende Akzente wie der Baubeginn des Westparks, die Erschließung neuer Gewerbegebiete als auch die Erweiterung des Flughafens zum Forschungsflughafen hervorzuheben.

Als umsichtige Integrationsfigur kann er als „Vater des ersten rot-grünen Bündnisses“ in unserer Stadt, das er im Jahr 1986 schmieden konnte, bezeichnet werden. Nachdem er bereits im Jahr 1981 zum Ersten Bürgermeister ernannt wurde, konnte er seine kommunalpolitische Karriere mit seiner Wahl zum ehrenamtlichen Oberbürgermeister im Jahr 1990 krönen. Ein Amt, das er bis 2001 innehatte und somit als Braunschweigs ehrenamtlicher Oberbürgermeister mit der längsten Amtszeit gilt.

Liebe Genossinnen und Genossen, der Abschied von einem anständigen Menschen und Braunschweiger mit großem Herzen ist der Moment, in dem wir ergriffen stillstehen und arm an Worten des Trostes sind. Werner hinterlässt eine Lücke, die wir mit unseren Erinnerungen und Gedanken füllen, aber niemals schließen werden können. Sowohl unsere Löwenstadt als auch die Sozialdemokratie haben ihm durch sein langjährig leidenschaftliches Wirken viel zu verdanken. Unser aller Gedanken sind in diesen Stunden der Trauer bei Werners Ehefrau Heide und seinen Familienangehörigen. Er wird ihnen und uns als Mensch und Persönlichkeit sehr fehlen.

Es gibt im Leben für alles eine Zeit, eine Zeit der Freude, der Stille, der Trauer und eine Zeit der dankbaren Erinnerung. Aufgrund seiner überragenden Lebensleistung werden wir ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren und ihn nie vergessen.